Traumagedächtnis und Verarbeitung

Erinnerungen an traumatische Erfahrungen können sich ganz wesentlich von den gewohnten Erinnerungen unterscheiden. Die einzelnen Sinneseindrücke konnten zur Zeit des Traumas aufgrund der Überforderung zu keiner Erinnerungsgeschichte zusammengefügt oder versprachlicht werden. So bestehen sie noch lange aus einer wilden Sammlung von Bildern, Stimmen und Geräuschen, Gerüchen und Geschmacksempfindungen, körperlichen Empfindungen, Gefühlszuständen und Verhaltensmustern. Diese Fragmente bleiben manchmal sogar über Jahre und Jahrzehnte hinweg stabil und erscheinen danach immer noch so frisch wie am ersten Tag. Übliche Erinnerungen können dagegen im Laufe der Zeit sozialen Erwartungen angepasst, erweitert und verdichtet werden. Willkürlich sind traumatische Erinnerungen schwerer zugänglich, aber der kleinste Schlüsselreiz kann genügen, sie – meist genauso ungewollt – hervorzuholen.

Traumatherapie mittels EMDR („Eye Movement Desensitization and Reprocessing“) ist ein sehr wirksames therapeutisches Verfahren, das sich besonders gut zur Behandlung von psychischen Traumata aller Art, aber auch von anderen Störungen (Ängsten und Phobien, Psychosomatiksymptomen)

Die Wirksamkeit von EMDR ist durch eine Vielzahl von Publikationen wissenschaftlich nachgewiesen! Infos dazu auf: www.traumatherapie.de

Neuere Verfahren benützen (teilweise ähnlich wie EMDR) die prozessorientierte Körperwahrnehmung, um traumabedingte Symptome aufzulösen:
• „Brainspotting“ (nach David Grand):
Prozessorientierte Focussierung auf den „sichtbaren zentralen Punkt“ in Verbindung zu einem belastenden Thema in Verbindung mit akustischer bilateraler Stimulation.
• Ressourcenorientierte Stimulationstherapie (REST):
Wahrnehmung einer Lösungsressource im Körper und deren Stärkung in Verbindung mit bilateraler akustischer und taktiler Stimulation energetisch wirksamer Punkte.
• Energetische Psychotherapie (EDxTM nach F. Gallo bzw. PEP nach M. Bohne):
Körperorientierte Stimulation von wirksamen Akupunkturpunkten zusammen mit Veränderung von Dysfunktionalen Überzeugungen.